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Die Menschen biegen bis sie brechen

Richard Sennett, Pierre Bourdieu, Jeff Torrington und andere
erzählen von der Arbeit

von Beat Mazenauer

 

Von Globalisierung reden alle und alle stellen sich etwas anderes darunter vor. Für die einen ist Globalisierung ein Zauberwort, das die Zukunft verspricht; für die anderen ist es ein Unglückszeichen, dessen Erfüllung sie fürchten. Zwischen diesen widersprüchlichen Vorstellungen ist eine exakte Bedeutung dieses Begriffs nebelhaft, unklar geblieben. Umso deutlicher zeichnen dafür sich die Auswirkungen der Globalisierung im sozialen und individuellen Alltag ab. Arbeitslosigkeit, Flexibilität und Abbau des Sozialstaates werden als Folgen einer international organisierten Wirtschaft empfunden, die sich nicht mehr um die arbeitende Bevölkerung kümmert. Die damit verbundenen Gefühle der Ohnmacht sind vor allem deshalb schmerzlich zu spüren, weil die Arbeit im Grunde noch immer Zentrum des Lebens ist, um das sich alles dreht: Familie, Freizeit, Ferien.

"To have lunch or be lunch". Mit dieser lakonischen Phrase: "etwas zu essen haben oder gefressen werden", umschrieb John Gage, Manager bei Sun Microsystems, seine Vision der zukünftigen Arbeitswelt. 20 % haben Arbeit, 80 % werden sich um überflüssige Tätigkeiten balgen oder sich, wie der ehemalige US-Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski ergänzte, mit "tittytainment" bei Laune halten: mit "Unterhaltung an der Brust des Staates". So sehen die Globalisierer voraus in ein vormodernes, feudales Zeitalter.

Die beiden Spiegel-Redaktoren Hans-Peter Martin und Harald Schumann berichten davon in ihrem Bestseller "Die Globalisierungsfalle". Das Modell 20 : 80 ist nur eine der ebenso skurrilen wie realistischen, verheissenden wie beängstigenden Visionen, die neoliberale "Wirtschaftsspezialisten" zurzeit entwerfen. Arbeit auf Abruf, temporär, scheinselbständig und ohne Versicherungsschutz erträumen sich diese Prognostiker der neuen Markt-Religion. Die Globalisierung ist ihr tägliches Gebet, der Shareholder-Value das Nirwana, in dem ihre Euphorie Erfüllung findet.

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Wie immer wir es drehen und wenden, die Krise der Arbeit ist jetzt schon nicht mehr zu übersehen. Zwei Szenarien fallen momentan ins Auge. In den USA gibt es immer mehr "working poors", die mit / trotz ihrem Lohn unter der Armutsgrenze leben; in Europa dagegen stabilisieren sich die Arbeitslosenzahlen auf inakzeptabel hohem Niveau. Zweierlei Signale einer akuten Krise.

Dahinter steckt ein Prozess, innerhalb dessen sich die traditionelle Arbeit, die auch eine Werthaltung umschrieb, zum vorübergehenden Job wandelt. Schuld daran tragen im allgemeinen Dafürhalten der "freie Markt" und die "Globalisierung". Industrien ziehen dahin, wo die Arbeit am billigsten zu haben ist, das Geld steuert zielsicher die Freihäfen an. Gelackmeiert kommen sich jene vor, die eine Arbeit haben und dafür brav ihre Steuern entrichten; zu "Parasiten" gestempelt fühlen sich dagegen jene, denen sie genommen wird. Unter diesen Spannungen droht der Sozialvertrag zwischen Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden zu zerreissen.

Allerdings bringt dieses Ende der traditionellen Arbeit auch neue Lebensformen und Begriffe hervor. Lebensunternehmertum (Christian Lutz), Bastelexistenz (Ulrich Beck) oder Lebensästhetik (Goebel / Clermont) stehen für ein selbstverantwortlich gemanagtes (Arbeits-)Leben, das mehrere Berufe und viele Tätigkeiten umfasst. Solche Veränderungen bergen Chancen und evozieren zugleich Zukunftsängste. Sie erzeugen Gewinner und Verlierer - wenn's schlecht kommt im Verhältnis 20 : 80. Diesen Härtefall um jeden Preis abzuwenden, darin besteht momentan die Herausforderung an jene Parteien und Bewegungen, die das unmodische "sozial" noch in ihrem Programm führen.

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Mit journalistischer Griffigkeit versuchen Martin und Schumann die gröbsten Heilsversprechen der Globalisierung zu entzaubern. Besonders zugute zu halten ist ihnen, dass sie dabei nicht nur schwarzmalen, sondern auch Auswege aus der Globalisierungsfalle skizzieren.

Einen Schritt weiter geht der Pariser Ökonom Daniel Cohen in seiner "Fehldiagnose Globalisierung", indem er herausfordernd die Perspektive umkehrt. Nicht die Globalisierung sei an der Krise der Arbeit schuld, sondern umgekehrt: "Unsere eigene Neigung zur Veränderung der Arbeitswelt öffnet der 'Globalisierung' überhaupt erst den nötigen Raum und ist dafür verantwortlich, dass sie in Verruf gerät." Daraus folgert er analytisch, dass die meisten unserer Probleme nicht von aussen gesteuert, sondern hausgemacht sind. Die Verlagerung von Arbeit ins Ausland zum Beispiel wiegt nur einen geringen Teil des inländischen Verlustes an Arbeitsplätzen auf. Globalisierung ist eher eine effiziente Form, die Ungleichheit im Inland zu akzentuieren. "The winner takes it all" machen sich die neuen Eliten den alten ABBA-Hit zum Programm. Wer strategisch wichtige Arbeit leistet, gehört zum Kern des Systems. Die anderen haben Pech gehabt, sie werden aus dem Sozialvertrag entlassen und entsprechend schlecht entlöhnt. Gegen diese Entwicklung helfen auch Schulungsprogramme nicht, betont Cohen, denn sie erhöhen bloss die Eintrittsnorm und zementieren die Ausgrenzung der Zurückbleibenden. So schotten sich in Arbeit, Schule und Gesellschaft homogene Gruppen zusehends voneinander ab.

Der kanadische Essayist John R. Saul spricht in seinem Buch "Der Markt frisst seine Kinder" diesbezüglich von einem neuen Korporatismus als Gegenentwurf zur Demokratie. Seine Anhänger "beanspruchen konservativ zu sein, während ihre Forderungen gleichzeitig alles Konservative zurückweisen." (Lässt sich bürgerliche Politik heute exakter umschreiben?) Gruppeninteressen haben den Vorrang, eine Elite reisst sich Macht und Reichtum unter den Nagel, vom Rest fordert die marktideologische "Gross-Ekstase" Unterwürfigkeit. "Der aktive, freimütig sich äussernde Bürger hat kaum die Chance einer erfolgreichen Berufskarriere."

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Zurück zu Cohen. Eine Lösung der Probleme vermag er nicht anzubieten, immerhin erkennt er aber in der Rückbesinnung auf den Keynesianischen Wohlfahrtsstaat einen Ausweg, weil der das Gemeinwohl ins Zentrum setzt. Wichtiger aber ist ihm die Einsicht in die eigene Verantwortlichkeit. Wer die Schuld exportiert, wird blind für das, was selbst verschuldet ist und was selbst dagegen getan werden muss: etwa ein gerechtes Steuermodell. Wünschenswert wäre daher, dass wir wieder lernen, "das Politische zu denken, da das Ökonomische den gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht länger stärken kann".

Auf erfrischend provokative Weise nimmt Cohen (wie Schumann / Martin) die Politik stärker in die Verantwortung. Mit ihm einig geht auch der Berner Sozialdemokrat und Nationalrat Rudolf H. Strahm in seinem fundierten Handbuch "Arbeit und Sozialstaat sind zu retten". Darin wird das politisch brisante und zurzeit kontrovers diskutierte Thema feinteilig und differenziert vor uns ausgebreitet. Die präzisen, knappen Ausführungen zu einzelnen Aspekten koordiniert Strahm mit Grafiken und Diagrammen, wodurch das Buch zum idealen Arbeitsinstrument wird. Sein hartes Zahlenmaterial widerspiegelt primär Schweizer Verhältnisse. Seiner Komplexität wegen eignet es sich aber weniger als die vorher erwähnten Bücher zur zügig lesbaren und breit gefächerten Einführung.

Gemeinsam ist ihnen aber die Beschäftigung mit dem Phänomen der Globalisierung primar aus ökonomischer Warte. Demgegenüber fokussiert der amerikanische Soziologen Richard Sennett in seinem Essay "Der flexible Mensch" sein Interesse auf den Umgang der Betroffenen mit den Veränderungen im neuen Kapitalismus. Ausgangspunkt seines Nachdenkens ist die ursprüngliche Bedeutung des Wortes "job", das im alten Englisch "Klumpen" oder "Ladung" bedeutete. Diese Bedeutung kommt zu neuen Ehren: "Die Menschen verrichten Arbeiten wie Klumpen, mal hier, mal da." Was dabei Angst macht, ist weniger die geforderte Flexibilität, sondern der Verlust an Verlässlichkeit und Übersicht. Brachte die alte Arbeitsform mit Beruf und langfristiger Festanstellung auch so etwas wie Ordnung ins Leben, droht sich der driftende Mensch zwischen den vielfältigen Jobs zu verlieren. Vor allem dann, wenn sie zusätzlich räumliche Trennungen mit sich bringen.

Sennett singt kein Loblied auf die Routine, aber er betont, dass diese auch beschützt. Sie schafft "einen sinnvollen Erzählrahmen", innerhalb dessen sich der Mensch begreifen kann. "Die Verwirklichung der Flexibilität konzentriert sich jedoch vor allem auf Kräfte, die die Menschen verbiegen" und deren Kontrollmacht sich obendrein ihrem Zugriff entzieht. Die Strukturen werden "unlesbar", mithin unverständlich.

Die neue Arbeit zerstört also die gewachsenen Lebenszusammenhänge und droht ihr die Tiefe des Charakters, der Ordnung, der Gemeinschaft zu nehmen. "Engagement, Loyalität und Vertrauen brauchen mehr Zeit - aber genau aus diesem Grund sind sie auch nicht so leicht formbar." Deshalb werden sie durch die "driftende, erratische Lebenserfahrung" ausgebootet. Mit den neuen temporären Arbeitsformen wird zusätzlich noch die Unfreiheit ausgelagert und an die flexiblen Einzelunternehmer delegiert. Sie haben sich und ihre Arbeit selbst zu organisieren, bei gedrückten Preisen, versteht sich, sonst brächte das den Firmen nicht den erhofften Gewinn. "Selbstunternehmertum" lautet die geschönte Formel für diese neue Form der Ausbeutung, die allerdings kaum je Aussicht hat, das finanzielle Unternehmerglück zu teilen. Dafür erhalten die Selbstunternehmer das Risiko und die Schuld für das eigene Scheitern aufgebürdet. Am Ende gerät so die berufliche, die soziale, die persönliche Identität ins Driften.

Richard Sennett ist kein Nostalgiker, der sich die Restauration der traditionellen Arbeit erträumt. Doch anhand von zahlreichen Gesprächen spürt er Lebenserzählungen nach, die unter dem Diktat der Flexibilität zerbrochen sind. Das Unbehagen, dass er dabei entdeckt, können viele nachvollziehen. Die Angestellte einer voll automatisierten Bäckerei kann alles: "Backen, Schuhe machen, Drucken", bloss ist alles eines: ein Monitor mit bedienerfreundlichen Windows-Bildsymbolen zum Anklicken. Tritt dann eine Störung im System auf, vermag sie niemand zu beheben. Die Arbeit verlangt keine besondere Kompetenz mehr, also geht ihr auch der einstige Berufsstolz ab, bleibt sie Fremdkörper ohne Befriedigung.

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Eine Zwischenbemerkung aus dem Reich der Literatur. In seinem schnoddrig witzigen Roman "Blechinferno" schildert der Schotte Jeff Torrington, wie es Arbeiter einer Autofabrik mit ihrer Loyalität und ihrem Engagement halten. Unter dem Damoklesschwert der Fabrikstilllegung leisten sie in einem Autowerk Dienst am Fliessband. Weil sie die Leitung der Fabrik in den undurchdringlichen Nebeln der Direktionsetage nicht mehr erkennen können - diese sich nicht erkenntlich zeigt -, leisten sie Dienst nach Vorschrift und widersetzen sich arglistig ihrem unnahbaren Arbeitgeber. Jedesmal, wenn dieser einen Wagen von besonderer Güte bestellt, um ihn einem Geschäftspartner oder Freund zuzuhalten, kann er gewiss sein, dass am Ende der "Witwe", des Förderbands, Schrott herauskommt. Aller Kontrollen zum Trotz finden die Arbeiter Mittel und Wege, um das Vorhaben gründlich zu sabotieren.

Nicht dass alle Arbeiter ein einig Volk von Brüdern wären, Konflikte tragen sie gerne unverblümt und heftig aus. Dennoch gibt es unter ihnen so etwas wie eine Solidarität, die sich gegen die "da oben" verbündet. Die Fabrikzeitung "Zurückgetreten - Eine Publickazion des Lachanarchismus" demonstriert diese gebrochene Einheit mit sarkastischem, ungebärdigem Witz. Vor der Robotisierung schützt dies nicht, das wissen auch die anonymen Schreiber. In der Heftnummer 107 erhalten die Arbeitsroboter fiktiv die Zusicherung, dass ihre Jobs sicher seien vor dem Zugriff der letzten paar Humanoiden im Betrieb. Mit der Stillegung der Fabrik endet diese Farce, dieser Abgesang auf die Fabrikepoche tragisch, wenigstens aber haben die widerspenstigen Fliessbandarbeiter die Kontrolle über den Arbeitsprozess und damit einen Rest an Würde gewahrt. Weder das ihnen drohende Arbeitslos noch die neuen Jobformen in der sauberen telematischen Gesellschaft werden solches zulassen.

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Die hohe Kunst Sennetts besteht darin, dass er eine meisterhafte Balance zwischen Lebensgeschichten und theoretischen Reflexionen findet. Gespräche über Arbeit und Familie verallgemeinert er auf ungezwungene Weise und arbeitet souverän deren theoretisches Substrat heraus. Dergestalt gibt er uns zu verstehen, dass hier nicht abstrakt über Ökonomie spekuliert wird, vielmehr redet er von Erfahrungen, die wir alle kennen und die zu spüren geben, dass wir selbst teilhaben an der Weltökonomie. "Ein Regime, dass Menschen keinen tiefen Grund gibt, sich umeinander zu kümmern, kann seine Legitimität nicht lange aufrechterhalten." Mit diesem abschliessenden Diktum beendet Sennett seinen brillanten Essay und meint es nicht nur politisch. Es beschreibt auch eine Auffassung, die Ökonomie für etwas Menschliches, von und für Menschen Bewirktes hält.

Den Menschen ihre Erzählung wiedergeben will auch das nicht nur umfangmässig imposante Buch "Das Elend der Welt", das der Pariser Soziologe Pierre Bourdieu zusammen mit anderen verfasst hat. Als einer der wenigen Intellektuellen unterstützt Bourdieu die Arbeitslosenbewegung in Frankreich. Solches Engagement bezeugt er hier. Gelingt es dem "Erzähler" Sennett, konkrete Fallgeschichte und theoretische Reflexion miteinander zu verschmelzen, setzt sie Bourdieu kommentierend nebeneinander, dafür lässt er die Befragten ausführlich zu Wort kommen. Er und seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind zu den Betroffenen hingegangen und haben ausführlich mit ihnen gesprochen. Zum kommunistischen Hilfsarbeiter, der wie Torringtons Helden am Band steht und den Verfall der Sozialpartnerschaft mitansehen muss. Oder zur Arbeitslosen, die durch leidvolle Erfahrungen ernüchtert mit der Gesellschaft gebrochen hat. Diese eindrücklichen, bewegenden Gespräche werden umrahmt von präzisen Hintergrundsanalysen zu Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung oder sozialer Vereinsamung.

Im Unterschied zu Sennett ist "Das Elend der Welt" eine fragmentarische Bestandesaufnahme von leidvollen Erfahrungen, die heute ein enormes soziales Potential an Desillusion, Erniedrigung, Resignation und Hass erzeugen. Die zurückhaltende Sympathie mit den Interviewten zeichnet dieses aussergewöhnliche Werk besonders aus sowie die Tatsache, dass darin Verständnis gesucht, nicht demonstriert wird.

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Die Spezialisierung in der Arbeitswelt, die Cohen anspricht, evoziert als Gegentrend einen alltäglichen Generalismus. Was müssen wir heute nicht alles wissen, können und verstehen! Darunter fallen auch wirtschaftliche Prozesse. Ganz durchschauen werden wir sie nie, aber ein paar Grundeinsichten können gegen die Angst vorbauen und die Ohnmacht abwehren, die uns im Kern unseres demokratischen Bewusstseins trifft. Demokratie aber heisst diskutieren, argumentieren, sich auseinandersetzen. Dies ist Voraussetzung dafür, dass die Politik nicht in verbalem Fatalismus vor der Schlange der Ökonomie erstarrt.

Sennet wie Bourdieu, Cohen wie Strahm stimmen darin überein, dass die Rolle der Politik gegenüber der Markteuphorie wieder zu stärken ist. Es gebe Anzeichen, schreibt Sennett, "dass die Ökonomie dem Ort nicht so gleichgültig gegenübersteht, wie man oft angenommen hat". Die Politik ist demnach nicht Opfer, sondern Anstifterin, darüber täuscht auch das gewohnheitsmässige Herleiern der Marktgebete nicht hinweg.

Diese Einsicht ist ein bindender Auftrag an die Linke. Doch sie sollte auch den bürgerlichen Parteien zu denken geben. So laut sie heute nach neoliberaler Deregulierung und Entstaatlichung rufen, so sicher wird ihre mittelständische Wählerschaft in der Rationalisierungsmasse der 80% Modernisierungsverlierer landen.

Zwischen technokratischer Arroganz und demagogischer Kapitulation gebe es Möglichkeiten einer demokratischen Politik, schreibt Pierre Bourdieu in seinem "Post-Scriptum". Würden diese aber nicht genutzt, mache sich die Politik der "unterlassenen Hilfeleistung an Personen in Not" schuldig. Eines sei sicher, bilanziert er: "nichts ist weniger unschuldig, als den Dingen einfach ihren Lauf zu lassen". Aus anderer Sicht pflichtet ihm Rudolf H. Strahm bei: "Die kostspieligste Form in der Wirtschaftspolitik ist die Politik des Laisser-faire, des Schlitternlassens." Politik ist weder ohnmächtig noch hilflos, aus Kalkül oder Phantasielosigkeit stellt sie sich nur so. Dabei hätte sie die Pflicht, die Lebensgeschichten ihrer Bürger und Bürgerinnen zu schützen.

 

Bücher:

Richard Sennett: Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus. Berlin Verlag 1998. 224 Seiten.

Pierre Bourdieu et al.: Das Elend der Welt. Zeugnisse und Diagnosen alltäglichen Leidens an der Gesellschaft. Universitätsverlag Konstanz 1997. 848 Seiten.

Daniel Cohen: Fehldiagnose Globalisierung. Die Neuverteilung des Wohlstands nach der dritten industriellen Revolution. Campus Verlag 1998. 206 Seiten.

John R. Saul: Der Markt frisst seine Kinder. Wider die Ökonomisierung der Gesellschaft. Campus Verlag 1997. 220 Seiten.

Hans-Peter Martin, Harald Schumann: Die Globalisierungsfalle. Der Angriff auf Demokratie und Wohlstand. Rowohlt Verlag, Hamburg 1996, in ergänzter Neuauflage 1998. 352 Seiten.

Rudolf H. Strahm: Arbeit und Sozialstaat sind zu retten. Werd Verlag, Zürich 1997. 352 S., 44.80 Fr.

Jeff Torrington: Blechinferno. Roman. S. Fischer Verlag, Frankfurt 1998. 224 Seiten.

Widerspruch 34, Dezember 1997, u.a. mit einem Kapitel aus A. Gorz' neuem Buch "Misères du présent - richesses du possible" (erscheint im Herbst 98 auf Dt.:  Arbeit zwischen Elend und Utopie. Suhrkamp Verlag, Frankfurt).

Viviane Forrester: Der Terror der Ökonomie. Zsolnay Verlag 1997.

 

 

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